Glossar¶
- Cahiers du cinéma
- Cahiers du cinéma (“Kino-Hefte”) ist eine französische Filmzeitschrift, die seit April 1951 monatlich erscheint. Erste Chefredakteure waren André Bazin und Jacques Doniol-Valcroze. [2]
- Découpage classique
- Der unsichtbare Schnitt (franz. découpage classique, engl. continuity editing) ist die vorherrschende Montageform im klassischen Hollywoodfilm. Ihr Ziel ist es, dem Zuschauer so wenig wie möglich bewusst werden zu lassen, dass es sich um einen Film handelt. Der Zuschauer soll sich allein auf die Handlung konzentrieren können. [5]
- Découpage en profondeur
- Découpage en profondeur kommt ebenfalls aus dem Französischen und bezeichnet die Montage in der Schärfentiefe. Der Begriff hängt eng mit der Begriff der Mise en scène zusammen. Er ist ein Oxymoron, da mit der Montage gemeinhin der Schnitt eines Films gemeint ist und die Montage in der Schärfentiefe sich in Reinkultur nur in einer ungeschnittenen Plansequenz-Szene entfalten kann.
- Filme der weißen Telefone
- In den 30er Jahren wurden im faschistischen Italien zahlreiche eskapistische Filme gedreht, die in der Oberschicht spielten. Ein Statussymbol dieser Schicht, das häufig in der Handlung auftauchte, waren weiße Telefone. Daraus entwickelte sich der ironisierende Begriff des »Kinos der weißen Telefone.
- Fort-da-Spiel
- In ›Jenseits des Lustprinzips‹ beschreibt Freud eine Beobachtung am Sohn seiner Tochter: »Das Kind hatte eine Holzspule, die mit einem Bindfaden umwickelt war. Es fiel ihm nie ein, sie z. B. am Boden hinter sich herzuziehen, also Wagen mit ihr zu spielen, sondern es warf die am Faden gehaltene Spule mit großem Geschick über den Rand seines verhängten Bettchens, so daß sie darin verschwand, sagte dazu sein bedeutungsvolles o–o–o–o und zog dann die Spule am Faden wieder aus dem Bett heraus, begrüßte aber deren Erscheinen jetzt mit einem freudigen ›Da‹. Das war also das komplette Spiel, Verschwinden und Wiederkommen, wovon man zumeist nur den ersten Akt zu sehen bekam, und dieser wurde für sich allein unermüdlich als Spiel wiederholt, obwohl die größere Lust unzweifelhaft dem zweiten Akt anhing.« [7] Freud betrachtet dieses Spiel als eine Sublimation und spielerische Wiederholung des als unangenehm erlebten Fortgehens der Mutter. »Es entschädigte sich gleichsam dafür, indem es dasselbe Verschwinden und Wiederkommen mit den ihm erreichbaren Gegenständen selbst in Szene setzte.« [8]
- Groupe Dziga Vertov
- Dziga Vertov (1895 – 1954) war ein sowjetischer Filmemacher. Er gilt sowohl seines experimentellen Schaffens als auch seiner theoretischen Texte wegen als einer der wichtigsten frühen Dokumentarfilmregisseure. [3] Nach diesem Dokumentarfilmer benannten Jean-Luc Godard und der sozialistische Theoretiker und Althusser-Schüler Jean-Pierre Gorin ihre 1968 gegründete revolutionäre Filmgruppe.
- koiné
- Die Koine (auch Koinē, Betonung auf der zweiten Silbe, griechisch κοινή (γλώσσα) koinē (glōssa) „allgemeine (Sprache)“) ist die altgriechische Gemeinsprache vom Hellenismus bis in die römische Kaiserzeit (etwa 300 v. Chr. bis 600 n. Chr.). [9]
- Mise en scène
- Der Ausdruck Mise en scène kommt aus dem Französischen und bedeutet ›in Szene setzen‹. Wird der Begriff im Kontext einer Filmanalyse benutzt, bezeichnet er die Art und Weise wie die Figuren eines Films und die Gegenstände im Bild räumlich angeordnet und zur Kamera in Beziehung gesetzt werden. Die Strukturierung des Raumes wird narrativ genutzt und erzeugt eine Bedeutung. Die Inszenierung im Raum wurde erstmals bei dem Film Citizen Kane von Orson Welles effektvoll eingesetzt.
- Nouvelle Vague
- Nouvelle Vague (frz.: „Neue Welle“) ist eine Stilrichtung, die im französischen Kino der späten 1950er Jahre entstand. [6]
- Planséquence
- Die Planséquence (Plansequenz) bezeichnet eine lange ungeschnittene Einstellung im Film, in der sich eine abgeschlossene Handlung abspielt. Die Plansequenz gibt den Schauspielern wie im Theater Raum zum Spielen, da ihre Handlung nicht durch viele Schnitte zerstückelt wird.
- Politique des Auteur
- Der im Umfeld der französischen Filmzeitschrift »Cahiers du cinéma« entstandene Begriff der Autorenpolitik ist als polemischer Kampfbegriff zu verstehen. »Eine wesentliche Rolle spielte dabei François Truffaut: Im Januar 1954 veröffentlichte er seinen Aufsehen erregenden Aufsatz Eine gewisse Tendenz im französischen Film (Une certaine tendance du cinéma français), in dem er sich mit scharfer Polemik gegen den etablierten französischen „Qualitätsfilm“ wandte. Bei diesem trat der Regisseur gegenüber dem Drehbuchautor und dem Autor der literarischen Vorlage oft in den Hintergrund. Truffaut plädierte dagegen für einen Film, bei dem Form und Inhalt vollständig vom Regisseur selbst als dem eigentlichen „auteur“ des Films bestimmt werden.« [1]
- Polnische Schule
- Filmische Bewegung, die in den 50er Jahren entstanden ist. Vertreter sind u.a. Andrzej Munk, Janusz Morgenstern und Andrzej Wajda.
- Polnische Vereinigte Arbeiterpartei
- Die Polnische Vereinigte Arbeiterpartei (poln. Polska Zjednoczona Partia Robotnicza; PZPR) übte zur Zeit der Volksrepublik Polen (1948-1989) in Polen die Macht aus. [4]
- Propaganda des Erfolgs
- Mit der Propaganda des Erfolgs (poln. propaganda sukcesu) wird die Regierungszeit Edward Giereks von 1970 bis 1980 bezeichnet. Während der Anfangszeit seiner Regierung erlebte Polen durch ausländische Kredite eine Phase wirtschaftlichen Aufschwungs, der jedoch in der zweiten Hälfte der 70er Jahre in eine jähe Krise umschlug. Die polnischen Medien propagierten in dieser Zeit vor allem die echten und vorgetäuschten Erfolge des Landes, um die Herrschaft der kommunistischen Partei zu festigen.
- signifiant
- Ein Signifiant, deutsch Bezeichnendes, Bezeichner, ist in der strukturalistischen Linguistik und Semiotik die Ausdrucksseite eines sprachlichen Zeichens, also die materielle oder quasi-materielle Form, die auf eine Bedeutung (Signifikat, frz. signifié) verweist. Der Begriff spielt auch in der vom Strukturalismus beeinflussten Psychoanalyse Jacques Lacans eine tragende Rolle als Element des Symbolischen innerhalb der Psyche. [11]
- signifié
- Der Begriff Signifié, deutsch Bezeichnetes, bezeichnet in der strukturalistischen Linguistik und Semiotik die Inhaltsseite eines Zeichens, das heißt das Vorstellungsbild – den Begriff, die Bedeutung oder den Sinn – auf welches mittels eines bestimmten Signifikanten verwiesen (referiert) wird. [10]
- Testimonianza-Literatur
- Eine auf unmittelbarer Zeugenschaft beruhende Literaturströmung im Umfeld des italienischen Widerstands gegen das faschistische Regime.
- Zespoł filmowy
- Filmgruppe oder Filmkollektiv.
| [1] | Auteur-Theorie – Wikipedia. [zitiert 6 Januar 2011]. Available from world wide web: <http://de.wikipedia.org/wiki/Auteur-Theorie> |
| [2] | Cahiers du cinéma – Wikipedia. [zitiert 6 Januar 2011]. Available from world wide web: <http://de.wikipedia.org/wiki/Cahiers_du_cin%C3%A9ma>. |
| [3] | vgl.: Dsiga Wertow – Wikipedia. [zitiert 6 Januar 2011]. Available from world wide web: <http://de.wikipedia.org/wiki/Dziga_Vertov>. |
| [4] | vgl.: Polnische Vereinigte Arbeiterpartei – Wikipedia. [zitiert 6 Januar 2011]. Available from world wide web: <http://de.wikipedia.org/wiki/Polnische_Vereinigte_Arbeiterpartei>. |
| [5] | vgl.: Unsichtbarer Schnitt – Wikipedia. [zitiert 6 Januar 2011]. Available from world wide web: <http://de.wikipedia.org/wiki/Unsichtbarer_Schnitt>. |
| [6] | vgl.: Nouvelle Vague – Wikipedia. [zitiert 6 Januar 2011]. Available from world wide web: <http://de.wikipedia.org/wiki/Nouvelle_Vague>. |
| [7] | Freud, Sigmund. Jenseits des Lustprinzips. 2. durchgesehene Auflage. Leipzig, Wien, Zürich 1921 |
| [8] | ebd. |
| [9] | vgl.: Koine – Wikipedia. [zitiert 6. Mai 2011]. Available from world wide web: <http://de.wikipedia.org/wiki/Koine>. |
| [10] | vgl.: Signifikat – Wikipedia [zitiert 24. Januar 2012]. Available from world wide web: <http://de.wikipedia.org/wiki/Signifikat> |
| [11] | vgl.: Signifikant – Wikipedia [zitiert 24. Januar 2012] Available from world wide web: <http://de.wikipedia.org/wiki/Signifikant> |