Beitrag im Open Source Jahrbuch 2008

In einem Beitrag für das Open Source Jahrbuch 2008, herausgegeben von Prof. Bernd Lutterbeck und Mitarbeitern und Studenten der TU Berlin, erläutert Jan Ulrich Hasecke, welche Möglichkeiten Anwender haben, auf die Entwicklung von Software Einfluss zu nehmen.

18.10.2011

Jan Ulrich Hasecke

Der Betrag mit dem Titel »Anwenderemanzipation – Wie Nutzer die Softwareentwicklung beeinflussen können« beschreibt die Möglichkeiten am Beispiel der Python-, Zope- und Plone-Community.

»Obwohl Open-Source-Communities gemeinhin als user groups also als Gemeinschaften von Softwarenutzern gesehen werden, ist die Einbindung der Anwender in den Entwicklungsprozess von Open-Source-Software nicht per se gewährleistet. Die meisten Anwender sind weit davon entfernt, direkten Einfluss auf die Entwicklung der Software zu nehmen, obwohl Open-Source-Software zahlreiche Mitwirkungsmöglichkeiten bietet. Am nächsten kommen dem Idealbild des emanzipierten Anwenders, der die Entwicklung von Software maßgeblich beeinflusst, innovative Anwendernetzwerke wie PloneGov. In diesem Netzwerk haben sich öffentliche Verwaltungen zusammengeschlossen, um Funktionen in das Content-Management-System Plone zu integrieren, die sie in ihrem Alltag benötigen.«

Nach einer Übersicht über die klassischen Methoden der Einflussnahme wie Mailinglisten, der Formulierung von PEPs und PLIPs sowie der Eigenentwicklung stellt Hasecke das Anwendernetzwerk PloneGov vor, das einerseits den Belangen öffentlicher Verwaltungen in der Community besser Gehör verschafft und andererseits gemeinsam spezielle Zusatzmodule für Plone entwickelt.

Abschließend geht Hasecke auf die Bedingungen ein, unter denen die Gründung von Anwendernetzwerken erfolgversprechend erscheint. Die wesentlichen Faktoren, die hier ein Rolle spielen, sind die Struktur der Community, die Modularität der Software und das Selbstverständnis der Nutzer.